Was ist ein Plog?

1   sic

1.2   sic (vgl. Anm. #1)

2   d. h. durch meine Schuld

3   cf. fol.

4   cf. prec.

5   d. h. drohenden, beängstigenden

6   ?; sonderbarer Satz – aber schön.   (es hätte wohl heißen sollen: »beglückte weil ehrte«, oder »ehrte, während beglückte«...)

6.2   dies sowie § 15 sind wirklich wunderbar sinnbildliche Passagen („doppelter Boden“), das heißt: es werden da tatsächlich alltägliche Wahrheiten ausgesprochen und alltägliche Begebenheiten beschrieben, die das Leben jedes Menschen betreffen – obwohl es vordergründig um Kämpfe im fernen Afrika geht.   da hatte May bis zu einem gewissen Grad schon recht, als er in seinen späten Jahren behauptete, seine sämtlichen frühen wie späten Abenteuergeschichten seien symbolisch zu verstehen (vgl. Anm. #14 unten!); nur, dass sie auch als symbolisch angelegt wurden, erscheint wenig glaubhaft.   natürlich sind sogut wie alle hervorragenden Passagen aus Im Lande des Mahdi II schauderhaft schlecht vom stylistisch-literischen Standpunkt her beurteilt – doch das muss man einfach bei den klassischen Mayschen Abenteuererzählungen in Kauf nehmen.   (was die meisten literarisch fein fühlenden Menschen nicht bereit sind, zu tun – darunter die allermeisten Literaturkritiker; daher Mays schlechter Ruf als Schriftsteller!)

7   = der Hauptbösewicht der »Mahdi«-Trilogie

7.2   cf. § 55

7.3   interessant, wie da Karl May, um „bescheiden“ zu bleiben (auf Maysche Weise natürlich), bereit ist, auch den Zufall als Ausrede zu benutzen – obwohl ja seine Leser wissen, dass May in allen seinen Büchern unentwegt behauptet, sowas wie Zufall gibt es im Leben überhaupt nicht!!!!   (vgl. auch gleich hier die Antwort Reïs Effendinas auf Kara Ben Nemsis Ausrede.)

7.4   so kitschig sich all das hier vielleicht zuerst lesen mag – eine der größten Stärken der »Mahdi«-Trilogie ist es eben, wie geschickt sie die sich allmählich vertiefende Kluft zwischen Kara Ben Nemsi und dem Reïs Effendina schildert, die dann sogar im 3. Teil in leider überzogener Form in offene Feindschaft ausbricht; vgl. § 56 in Im Lande des Mahdi III.   die besten diesbezüglichen Passagen sind eben jene in Mahdi II und in den Eröffnungskapiteln von Mahdi III, wo die Überzeugungen der beiden aufeinander prallen; das wachsende Missverständnis zu beobachten ist – also die ersten Anzeichen der späteren Feindschaft sind die feinsten, die am besten geschilderten.   ein glänzendes Beispiel der künstlerisch-literarischen Qualität solcher Passagen liefert gleich der nachfolgende, unvergessliche § 24!   (weitere schöne Beispiele sind §§ 62, 64.)

7.42   nie klang diese für May übliche Antwort klassischer als an dieser Stelle!

7.5   meisterhafter Absatz

8   = Reïs Effendinas Offiziere

8.2   Karl May, der (gescheiterte) Pädagoge – anders als Kara Ben Nemsi, natürlich, dem all das Erzieherische gelingt, was der Person Karl May versagt blieb.

9   >> jeder kann sagen, was er will: jedoch diese gesamte Szene des § 24 halte ich für meisterhaft; sie ist eine der Höhepunkte nicht nur in diesem Roman Karl Mays; und vor allem ist sie typisch für Karl May: für seine Weltanschauung genauso wie für seine Fähigkeit, seine Überzeugungen mittels famos ausgedachter, spannender Situationen an den Leser zu bringen!!!!!   ich halte diesen gesamten Pracht nicht, wie es einige Kritiker tun, für einen Beweis von Karl Mays „lehrhaft-predigendem, kitschigem Pathos“, usw. usw. – sondern, umgekehrt, für einen schillernden Beweis seines literarischen Könnens!!!!!   – wer nämlich diesen § unvoreingenommen durchliest, wird bemerken, wie virtuos hier der gesamte Auftritt Reïs Effendinas als Richter in die Szene gesetzt wird; wie das eine natürlich aus dem anderen folgt, und sich daran fügt; wie wir, als Leser, langsam und unmerklich, aber sicher, durch Mays kunstvolle Hand dem Höhepunkt dieser Szene zugeführt werden: wo »zwei Muhammedaner einem Christen!« die Hände küssen!!!!   die ganze Gerichtsszene wird nämlich, über zwei Druckseiten lang, deutlich auf jenen Augenblick, sowie seine philosophische Zusammenfassung, geleitet: auf ihn setzt May den größten Wert.   nur eben: Mays Perfektion besteht darin, dass dieser ideologische Orgasmus gar nicht auf künstliche Weise herbeigeführt wird, ist keine Masturbation – nein, sondern alles in diesem § erfolgt zwingend (!!!!), dabei natürlich, aus dem Vorhergegangenen, auf psychologisch glaubhafte Art und Weise!!!!!   wenn das kein Kunststück ist – weiß ich nicht, was man als solches bezeichnen kann.

9.2   vgl. Im Lande des Mahdi I, § 32 (sowie Anm. #17 dort)

10   >> tatsächlich: und die literarische Beschreibung dieses Eindrucks konnte ebenso kaum eindeutiger sein (siehe dort, Im Lande des Mahdi I, § 32, mit der dazugehörigen Anmerkung #17!!)   – wie ist es jedoch möglich bei einem Schriftsteller, bei dem mit Vorliebe die „Schwarz-Weiß-Malerei“ gerügt wird??!!   Abd Asl ist nur einer in einer zwar – zugegeben – nicht zahlreichen, aber desto bemerkenswerteren Reihe von „farbigen“, also nicht eindeutig einzustufenden Gestalten: man denke an Old Wabble (aus Old Surehand I und III), der ihm am meisten ähnlich ist; oder an Muhammed Emin in den unvergesslichen Streit-Kapiteln von Von Bagdad nach Stambul; ja, oder an Reïs Effendina, eine der Hauptfiguren eben dieses Romans: was für Überraschungen warten da auf die Leser im letzten Teil dieser Trilogie, Im Lande des Mahdi!!!!   (Zu Reïs Effendinas Verwandlung vergleiche jedoch den Nachtrag zur nächsten Anmerkung #11!)

11   >> dies, sowie das Darauffolgende, ist eine reich atmosphärische Schilderung; und wieder einmal kann ich nicht umhin, diesen § als unvergesslich zu bezeichnen!!!!!   und tatsächlich blieb mir diese bittere Szene seit Kindertagen im Gedächtnis – das heißt, ich hab vollkommen vergessen, wer, oder dass überhaupt jemand am Sumpf lag; auch das habe ich vergessen, was damals Kara Ben Nemsi tat oder sagte, oder was zu ihm gesagt wurde – und dennoch hatte sich diese Szene, eben durch das bittere Gefühl, das sie vermittelt, mir eingeprägt: ich wartete heute gespannt auf Kara Ben Nemsis Aufbruch vom Sumpf; ich wartete, ob „esauch heute kommen würde, ob ich auch als 28-jähriger genauso beeindruckt sein werde, wie ich es bereits als Kind war, noch dazu in einer vermutlich schlechten Übersetzung.   ja, ich bin’s noch immer.   diese Erkenntnis ist um so erfreulicher, als dass ein Wiedersehen nach Jahren mit Mays Lektüre nicht immer so günstig ausfällt: man denke nur an die für einen reifen Leser kaum genießbaren Schwarten von Winnetou II oder Durch das Land der Skipetaren...   [Nachtrag aus dem Jahr 2001: auch die letzten beiden, über 300 Seiten langen „angehängten“ Abschlusskapitel von Im Lande des Mahdi III fand ich heute nur noch hart an der Grenze der Zumutbarkeit – der Zwist zwischen Kara Ben Nemsi und dem Reïs Effendina wurde da von May ins Unglaubwürdige getrieben, und Kara Ben Nemsis Missionarentum ist in den beiden Kapiteln oft ermüdend, manchmal empörend – im Gegensatz zum intelligenten Missionieren in den Meisterstücken Mahdi II und I, mit den Paradebeispielen von §§ 24, 21, 39, 51 und 64 im vorliegenden Roman sowie § 11 in Mahdi I.   (mehr zum Versagen der letzten beiden Kapitel von Mahdi III: siehe Nachträge zu Anmerkungen #15 und #2 in Mahdi I.)]

12   cf. prec.

13   >> ein herrlicher Satz, um dieses herrliche Kapitel abzuschließen.   was da Karl May dem Leser im Kapitel III (›Am Sumpf des Fiebers‹) von Im Lande des Mahdi II bietet – das ist Klassik pur.   wer also Mays Popularität verstehen und ergründen möchte, und die Faszination, die er ausstrahlt – sollte eben dieses, etwa 100 Seiten lange Kapitel lesen und untersuchen; da ist alles drin, was Karl May den naiven Volksschriftsteller zu Karl May dem deutschen Klassiker gemacht hat!!!!!   (Klicken Sie hier, falls Sie den vollständigen Text des Kapitels III von Im Lande des Mahdi II lesen möchten.)   ich kann nur hoffen, dass Karl May diese erstaunliche Qualität, wie wir sie im Kapitel III erlebten, auch auf den noch verbleibenden etwa 200 Seiten dieses Romans halten kann; trotz des eher schwachen Eröffnungskapitels dieses Teils der Trilogie könnte man dann insgesamt Im Lande des Mahdi II doch noch als klassisch bezeichnen!!!!   wir werden es sehen – denn bei Mays Schreibweise ist es nichts Ungewöhliches, wenn auf ein blendendes Kapitel sofort ein fades, oder sogar miserables folgt: man denke nur an den fabelhaften Anfang von Winnetou III – und dessen fragwürdige Entwicklung über die restlichen etwa 350 Seiten; oder an die unangenehme Zäsur – in Qualität – nach dem Pest-Abenteuer in Von Bagdad nach Stambul (von jenem Abbruch hat sich Karl May bis zum sechsten und letzten Teil jenes Romanzyklus, also etwa 1500 Seiten später, nicht mehr erholt; bis zu dieser Zäsur hatte er jedoch durchgehend etwa 1400 Seiten unsterblicher Prosa geliefert); oder man denke an das grellste Beispiel: das famose ursprüngliche Schlusskapitel von Der Schuttund den gleich darauffolgenden, einige Jahre später aufs Drängen des Verlegers hinzugeschriebenen ›Anhang‹: unsäglicher Kitsch!!!!   – nun, wollen wir hoffen, dass dies nicht der Fall im gegenwärtigen Roman sein wird: es wäre jammerschade nach dem Genuss der Extraklasse, den uns das Kapitel III von Im Lande des Mahdi II bereitete!!!!   [(Nachtrag aus dem Jahr 2004:)   die Befürchtungen während des Lesens waren grundlos; Im Lande des Mahdi II kann getrost insgesamt als ein Meisterwerk bezeichnet werden – ja, man braucht sich in diesem Fall nicht zu scheuen, und darf für den Roman das seltene Prädikat „genial“ verwenden.   als Leser spürt man bei der Hülle und Fülle von brillanten Passagen, Auftritten, Kapiteln in Im Lande des Mahdi II, wie sich May förmlich in einen Rausch hineingeschrieben hat!!   schon Im Lande des Mahdi I war glänzend, hervorragend – aber dieses Buch hier ist noch mehr als das.   das Lob bezieht sich natürlich auch auf die eigentlich zu Mahdi II, nicht (!!!!) zu Mahdi III gehörenden ersten beiden kurzen Kapitel des heutigen III. Bandes (vgl. den Nachtrag aus dem Jahr 2000 zur Anmerkung #15 zu Mahdi I!!)!!!   und schließlich muss festgestellt werden: Kapitel III von Im Lande des Mahdi II, also ›Am Sumpf des Fiebers‹, dürfte getrost in Anthologien deutscher Literatur erscheinen – als exemplarisch für Karl Mays Kunst.   (ein weiterer Tipp für die Anthologisten, was die feinsten kürzeren Textabschnitte bei Karl May angeht: Kapitel V von Mays Autobiographie Mein Leben und Streben, betitelt ›Im Abgrunde‹: von ähnlich bestechender Qualität wie ›Am Sumpf des Fiebers‹ im gegenwärtigen Roman!!!!!   und man befürchte ja nicht, in einer Autobiographie könne es nicht so spannend zugehen wie in einem Abenteuerroman; ach, Mays Selbst-Schilderungen sind ja manchmal mehr romanhaft als die wildesten Wildwest-Eskapaden!!!)]

14   man soll bloß nicht behaupten, die früheren Reiseromane Karl Mays – wie eben dieser, Im Lande des Mahdi II – seien, im Gegensatz zum Spätwerk, keiner symbolischen Interpretation fähig!!!!   denn eben hier ist die folgende, prächtige sehr wohl möglich, für mich sogar notwendig: Kamel = routinemäßig geschriebene (Lehr)Bücher; (edles) Roß = Literatur des höchsten Ranges; Reiter = Leser!!!!!   (vgl. Anm. #6.2 oben!)

15   sic

15.2   sic (vgl. Anm. #15); vgl. § 37

16   Originalfußnote Karl Mays >>

16.2   cf. § 35

16.3   cf. § 42

17   >> ein weiterer Beweis, dass der Erzähler in Karl Mays Romanen kein Übermensch ist, kein unerträglicher Edel-Superheld – wie sehr oft fälschlich behauptet wird!!!!   siehe hierzu vor allem § 43, sowie Anmerkung #23.

17.2   erinnert an Robinson Crusoes Epiphanie, als er da verstört entlang des Meeresufers seiner einsamen Insel lief, und rief (ungefähr, sinngemäß):   “and you are asking what have you done to deserve this?!   why aren’t you, instead, asking what you haven’t done???!!!!”

18   !!!!

19   cf. prec.!

20   >> vergleiche „Gerichtetsein nach innen und oben,*“ in prec.!!   und dies ist, übrigens, eine glänzende Paraphrase von Kants berühmtem Schlusssatz in der Kritik der reinen Vernunft!!!!

21   d. h. mich und Ben Nil

22   cf. § 38!

23   >> Karl Mays Erzähler ist doch ein Übermensch – behaupten (fälschlicherweise) viele Kritiker!!!!   ja, in den schlechtesten Werken Mays mag der Erzähler so wirken – in den besten Romanen jedoch, zu denen auch Im Lande des Mahdi II gehört, da präsentiert sich der Erzähler durchaus menschlich und glaubwürdig, wenn auch heroisch!!!!   jeden Autor soll man nach dem Besten beurteilen, was er zustande gebracht hat – nicht nach dem, was ihm misslungen ist: denn da wären ja auch Goethe und Shakespeare und Thomas Mann und überhaupt jeder Schriftsteller in der zweiten Liga gelandet!!!   (vgl. Anm. #17)

23.2   cf. § 6

24   der gesamte § 45 ist eine klassische Karl-May-Szene: prall mit Action und Komik!!!!   wohltuend, und bezeichnend für die Qualität von Im Lande des Mahdi II, ist auch der Umstand, dass den positiven Helden die Flucht nicht gelungen ist.

24.2   vgl. § 53 in diesem Roman; sowie § 34 von Im Lande des Mahdi I und §§ 4, 5, 7 von Im Lande des Mahdi III

25   cf. upnext!

25.2   cf. fol.

26   cf. penult.

27   cf. prec.

27.2   vgl. § 46 in diesem Roman; sowie § 34 von Im Lande des Mahdi I und §§ 4, 5, 7 von Im Lande des Mahdi III

28   Originalfußnote Karl Mays >>

28.2   cf. § 21

28.3   = „Loch“ in § 54

29   cf. prec.

29.2   cf. penult.

30   cf. penult.

30.11   vgl. §§ 24, 64

30.12   vgl. § 47 in Im Lande des Mahdi I, sowie §§ 2, 5 und Ende von § 33 in Im Lande des Mahdi III

30.2   vgl. „menschenfreundliche Bitten“ in penult.; vgl. § 24

31   cf. precc. & „menschenfreundliche Bitten“ in § 62



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